© FRANZISKA DITTRICH

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Vier Stärken und Schwächen von Hochbegabten im Berufsalltag

Heute geht es um typische Stärken und Schwächen Hochbegabter. Sowohl für Hochbegabte selbst als auch für Unternehmen ist es ein großer Zugewinn, um diese Besonderheiten zu wissen.

Jeder Mensch hat seine ganz individuellen Stärken und Schwächen. Auch Hochbegabte. Da sie allerdings oft anders denken, fühlen und handeln und sich nachgewiesenermaßen auch in ihren berufsbezogenen Persönlichkeitsmerkmalen von der breiten Masse unterscheiden (wie auch in diesem Artikel schon beschrieben), zeigen sich auch die Stärken und Schwächen in anderer Form. Wenn man um diese Besonderheit weiß und als Unternehmen die Stärken der Betroffenen weiter stärkt, können sie überproportional zum Unternehmenserfolg beitragen. Als Hochbegabter erlangt man ein Stück mehr Frieden, wenn man sich seine Schwächen besser erklären kann und versteht, was dahinter steckt.


Stärken


1. Andersdenken

Eine große Stärke Hochbegabter ist das logische und vernetzte Denken. Während viele sich noch über Probleme und Herausforderungen den Kopf zerbrechen haben sie bereits über alle Gesichtspunkte nachgedacht und detaillierte Lösungen im Kopf – und das, ohne dass sie es als außerordentliche Anstrengung oder Mühe wahrnehmen.


2. Innere Motivation

Hochbegabte brauchen in der Regel keinen extra Antrieb von außen, wenn sie sich einer Aufgabe verschrieben haben. Alles, was ihren hohen Ansprüchen nicht genügt, kommt nicht durch die persönliche Qualitätskontrolle und wird bis zum Ende perfektioniert – auch ohne Nachfragen vom Vorgesetzten. Dafür legen sie auch gerne Extra-Schichten ein und vergessen alles um sich herum.


3. Hohe Gestaltungsmotivation

Vorgegebene Strategien, Arbeitsabläufe und Lösungswege werden von Hochbegabten regelmäßig in Frage gestellt. Sie wollen immer etwas verändern. Ihr kreatives Denken und der umfassende Blick über den Tellerrand führen hierbei nicht selten zu innovativen Lösungen.


4. Lernfähigkeit

Einem hochbegabten Menschen muss man etwas nur selten zwei Mal erklären. Informationen können sehr schnell aufgenommen und verarbeitet werden. Neue Fragestellungen und Probleme können dank der schnellen Auffassungsgabe und sehr abstrakter Denkvorgänge sehr effizient gelöst werden.


Schwächen


1. Mangelndes Durchhaltevermögen

Routinetätigkeiten und Aufgaben, bei denen es nichts Neues zu lernen gibt, langweilen Hochbegabte und das zeigen sie auch ganz offensichtlich. Solche Tätigkeiten werden meist nur unter Protest und dann auch eher halbherzig erledigt – ein unangenehmes Gefühl stellt sich ein („Warum muss ich das jetzt machen?“).


2. Überzogene Erwartungen

Die exorbitant hohen Erwartungen, die hochbegabte Menschen häufig haben, projizieren sie auch gerne auf andere und reagieren dann genervt oder gar wütend, wenn diese vom Gegenüber nicht erfüllt werden können. Ihr eigener Maßstab kennt kein Pardon. Zwischenmenschliche Konflikte und gegenseitiges Unverständnis sind vorprogrammiert.


3. Mangelnde Anpassungsfähigkeit

Das Unverständnis für und die Ungeduld mit anderen sind ein Problem, das Hochbegabte nicht unerheblich beeinträchtigt. Dass andere Menschen nicht mit dem eigenen Tempo mithalten können ist für sie schon schwer genug zu akzeptieren. Wenn sie dann aber beispielsweise nett gemeinte Erklärungen zurückweisen werden sie auch noch mit der Ablehnung ihrer Persönlichkeit und dem Stempel „arrogant“ gestraft. Der Wille, sich anzupassen oder sich einer Autorität unterzuordnen ist in der Regel dennoch nicht vorhanden.


4. Perfektionismus

Hochbegabte sind in allem was sie tun (ob nun beruflich oder privat) sehr perfektionistisch veranlagt. Sie geben sich in der Regel nur mit dem Besten zufrieden, unterstehen dauerhaft ihrer harten Selbstkritik und entmutigen oder demotivieren sich auf diesem Weg oft selbst. Das kann dazu führen, dass „aussichtslose“ Aufgaben nicht zu Ende gebracht werden.


Fazit


Auch an dieser Stelle ist es aus meiner Sicht sowohl für Hochbegabte als auch für Unternehmen ein großer Zugewinn, wenn man in erster Linie einfach einmal weiß, woran man ist.

Als Hochbegabte(r) hat man beim Lesen dieser Zeilen hoffentlich das Gefühl „Wow, ich bin doch nicht so falsch und allein mit meiner Art, wie ich immer dachte.“.

Als Kollege, Vorgesetzter oder Personalentwickler eines Hochbegabten denkt man vielleicht direkt an bestimmte Personen, die betroffen sein könnten und entwickelt auch ein gewisses Verständnis für diese Andersartigkeit.

Nächste Woche werde ich hier noch näher auf die Herausforderungen eingehen, die im Berufsalltag für Hochbegabte durch ihre Andersartigkeit entstehen.